Hintergrund-Infos

Lepra

Die Geißel der Menscheit.

Lepra ist eine chronische Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Mycobacterium leprae ausgelöst wird. Den bakteriologischen Nachweis erbrachte 1873 der Norweger Gerhard Armauer Hansen. Sie ist eine der ältesten bekannten Krankheiten der Menschheit und wird bereits in der Antike mehrfach erwähnt. Am bekanntesten in unserem christlich geprägten Teil der Welt sind sicherlich die Schilderungen aus der Bibel. Lepra wird auch gerne als „Aussatz“ bezeichnet, wobei dieser Begriff auch andere Krankheiten mit einschließen kann.

Entgegen der landläufigen Vorstellung führt Lepra nicht direkt zum Absterben von Gliedmaßen und Körperteilen. Vielmehr verursacht die Krankheit eine Degeneration der Nerven, was bei den Erkrankten zu einem Verlust des Gefühls für Kälte, Wärme und Schmerz führt. Dadurch entstehen unbemerkt Verletzungen, die sich infizieren und entzünden können, was daraufhin zum Absterben der betroffenen Körperbereiche führen kann.

Lepra ist heutzutage durch eine Multi-Drug-Therapy (MDT) problemlos heilbar. Ein Fortschreiten der Krankheit
kann relativ schnell gestoppt werden, die vollständige Heilung dauert etwa 2 bis 2,5 Jahre. Die Übertragung des
Erregers hängt in erster Linie von zwei Faktoren ab: enger und lang andauernder Kontakt mit einem Infizierten,
sowie eine hohe Erregerdichte. Eine Anzüchtung des Erregers in vitro ist bis heute noch nicht gelungen.

Lepra ist eine Krankheit der Armen, daher ist sie in den entwickelten Ländern fast vollständig ausgerottet. Schwerer als die Krankheit selbst wiegt aber meist das damit einhergehende soziale Stigma, dem die Betroffenen ausgesetzt sind. Durch mangelnde Aufklärung werden auch heute noch Erkrankte häufig aus ihrem sozialen Umfeld und der Gesellschaft im Allgemeinen ausgeschlossen, was viele davon abhält, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und sich behandeln zu lassen. Die oft ohnehin nicht sonderlich gute allgemein-medizinische Versorgung führt dann auch zu den bekannten Nebeneffekten und Sekundär-Infektionen, die auch zum Tode führen können.

Weiterführende Links:
Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) e.V.
Lepraprogramm der WHO

Nepal

In den Tälern des Himalaya.

Das rund 27 Millionen Einwohner zählende Land in Zentralasien liegt unmittelbar zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, Indien und China. Die Hauptstadt Kathmandu mit rund 1 Million Einwohnern liegt im Zentrum des Landes und beherbergt neben der Regierung zahlreiche religiöse Heiligtümer.

Geografisch gliedert sich Nepal in drei Regionen, die als parallele Streifen verlaufen. Das Terai, das fruchtbare Gangestiefland, grenzt direkt an Indien und ist Heimat für fast die Hälfte der Bevölkerung. Nach Norden hin schließt sich das Mittelland an, das Höhen bis 3.000 Meter erreicht und in etwa mit unseren Alpen vergleichbar ist. Danach folgt die Hochgebirgsregion des Himalaya, die neben Mt. Everest und Annapurna insgesamt acht der vierzehn Achttausender vorweisen kann.

Wirtschaftlich ist Nepal noch ein Entwicklungsland. Das hohe Einkommensgefälle zwischen Stadt- und Landbevölkerung sorgt auch immer noch für politische Instabilität – so herrschte von 1996 bis 2006 ein Bürgerkrieg, in dem die Kommunistische Partei Nepals gegen die damalige Monarchie aufbegehrte. Mittlerweile findet das Land langsam zur Stabilität zurück, im Mai 2008 wurde als neue Staatsform die parlamentarische Bundesrepublik ausgerufen. Im Herbst 2015 trat nach jahrelangen Beratungen dann eine neue Verfassung in Kraft.

Die dominierende Religion Nepals ist der Hinduismus, dem rund 80 Prozent der Bevölkerung angehören. Weiterhin sind noch der Buddhismus (9%), Islam (ca. 4%), das Christentum (1,4%) und viele weitere Minderheiten vertreten. Der Hinduismus war bis 2006 sogar die offizielle Staatsreligion, bevor sich das Parlament nach der Entmachtung des Königs zum Säkularismus bekannte.